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Wie du lernst für Nicht-Techies zu schreiben

Hendrik Haustein
Hendrik HausteinAI gestützt mit promptbard Copilot
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Wie du lernst für Nicht-Techies zu schreiben

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In 30 Sekunden

  • Das Problem: Der "Fluch des Wissens" führt dazu, dass Techies in Features denken, während Kunden nach Lösungen für ihren Schmerz suchen.
  • Die Lösung: Nutze die "Oma-Methode" – übersetze abstrakte Begriffe (wie API) in greifbare Bilder (digitaler Handschlag).
  • Die Strategie: Result-First! Nenne den wirtschaftlichen Mehrwert im ersten Satz, bevor du die technische Umsetzung erklärst.
  • Der Check: Nutze Tools wie Hemingway oder Sales-Kollegen als "Text-Linter", um Fachchinesisch und Passiv-Sätze zu eliminieren.

Warum Tech-Sprech deine Marketing-Erfolge sabotiert

Wer den ganzen Tag in Code denkt, verliert den Blick für das Unbekannte. Wir nennen es den Fluch des Wissens. Du setzt voraus, dass Begriffe wie „Headless-CMS“ oder „REST-API“ klare Bilder im Kopf deiner Kunden erzeugen. Doch technische Kürzel lösen oft nur eines aus: Fluchtinstinkt. Wenn Leser sich dumm fühlen, bricht das Vertrauen.

Häufig lesen sich Marketingtexte wie Inventarlisten. Sie zählen auf, was ein Tool ist, statt zu erklären, was es tut.

  • Ein Marketingleiter kauft keine „skalierbare Microservices-Architektur“.
  • Er kauft die Gewissheit, dass seine Website am Black Friday nicht unter der Last zusammenbricht.

Jedes technische Detail, das keinen direkten Nutzen kommuniziert, wirkt wie eine Hürde. Statt Brücken zu bauen, errichtest du Mauern aus Fachbegriffen. So bleibt dein Produkt eine Nischenlösung für Eingeweihte.

So schreibst du Texte, die Nicht-Techies wirklich verstehen

Die Lösung liegt in einem radikalen Perspektivwechsel: Deine Software ist nicht der Held, sie ist lediglich das Werkzeug. Damit deine Botschaft ankommt, hilft die „Oma-Methode“. Übersetze komplexe Logik in Bilder aus der greifbaren Welt.

Tech-SprechKlartext (Oma-Methode)
API / EndpunktEin digitaler Handschlag oder Universaldolmetscher
Skalierbare ArchitekturEin System, das mit deinem Erfolg einfach mitwächst
Latenz-OptimierungWartezeiten eliminieren, damit alles sofort passiert
Echtzeit-SynchronisationDie Gewissheit, dass alle immer auf dem gleichen Stand sind
Cloud-NativeUnabhängigkeit von lokaler Technik – dein Tool ist immer da

Wende das Result-First-Prinzip an. Techies neigen dazu, den Prozess zu erklären. Dein Kunde sucht jedoch eine Abkürzung. Nenne den Mehrwert im ersten Satz. Sag ihm, dass er ab morgen keine manuellen Listen mehr führen muss. Erst wenn der Nutzen verankert ist, darfst du erwähnen, wie die Synchronisation im Hintergrund abläuft.

Zuletzt: Entstaube deine Sätze. Das Passiv ist der natürliche Feind der Überzeugung. „Die Datenbank wird aktualisiert“ klingt nach einem fernen, bürokratischen Vorgang. „Dein Tool hält alle Daten aktuell“ erzeugt Klarheit. Aktive Verben bringen Energie in den Text.

Wie du lernst, die Welt mit den Augen deiner Kunden zu sehen

Um diese Brücke zu schlagen, musst du den Fokus verschieben: Weg von der Maschine, hin zum Menschen. Deine Kunden wälzen sich nachts nicht wegen fehlender Latenzoptimierung im Bett. Sie fürchten den Moment, in dem der Webshop am Black Friday kollabiert. Empathie bedeutet, den Schmerzpunkt hinter der Technik zu isolieren.

Verlasse für diesen Prozess dein Labor. Deine Kollegen aus der Entwicklung nicken deine Entwürfe ab, weil sie im selben Code-Silo feststecken. Das ist eine Bestätigungsfalle.

Geh stattdessen zum Vertrieb. Sales-Mitarbeiter stehen täglich an der Front. Sie hören die Einwände und wissen genau, an welcher Stelle die Aufmerksamkeit abreißt. Lass sie deine Texte gegenlesen. Wo sie stolpern, hast du zu abstrakt gedacht.

Entwaffne deine Sprache radikal. Ersetze „Schnittstellenoptimierung“ durch das Greifbare. Öffne die Tür, indem du sprichst wie jemand, der ein Problem löst, statt nur eine Technologie zu verwalten.

Diese Werkzeuge glätten deinen Schreibprozess

Ein sauberer Schreibprozess verlangt nach Werkzeugen. Dein Text benötigt einen Debugger. Analysetools wie Hemingway oder das Wortliga-Tool messen die Komplexität deiner Sätze objektiv. Sie entlarven Bandwurmsätze, bevor ein Kunde darüber stolpert.

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Dein Text-Linter: Vor dem Release prüfen


Bevor du auf „Veröffentlichen“ klickst, jage deinen Text durch diesen mentalen Filter:
* Nutzen vor Technik: Habe ich das „Was“ vor dem „Wie“ genannt? * Aktiv statt Passiv: (Nicht: "Die Datenbank aktualisiert sich", sondern: "Das Tool aktualisiert sie"). * Analogie-Check: Sind mehr als drei Fachbegriffe pro Absatz enthalten? (Wenn ja: Analogien einbauen). * Der 10-Sekunden-Test: Versteht ein Sales-Kollege den Kern des Textes in 10 Sekunden?

Neben der Analyse unterstützt dich die Künstliche Intelligenz beim Perspektivwechsel. Nutze ChatGPT als Übersetzer: „Erkläre diese Funktion einem Marketingleiter, der keine Zeit für Details hat.“ Durch dieses Persona-Prompting transponierst du Nerd-Sprech in echte Mehrwerte.

Vier Bücher, die deine Schreibweise nachhaltig verändern

Theorie allein reicht selten. Es braucht Vorbilder. Hier ist der Kanon für verständliches Schreiben:

  1. Wolf Schneider („Deutsch für Profis“): Er ist der Exorzist für verkopfte Texte. Schneider lehrt dich, dass Verben die Motoren deiner Sätze sind. Er bekämpft die Vorliebe für aufgeblähte Substantive („Prozessoptimierung“).
  2. Donald Miller („Building a StoryBrand“): Er macht Schluss mit der Fehlannahme, deine Software sei der Protagonist. Dein Kunde ist der Held, deine Technologie ist lediglich der Mentor (wie Yoda), der ihm das Werkzeug reicht.
  3. William Zinsser („On Writing Well“): Er plädiert für die radikale Reduktion. Zinsser identifiziert „Clutter“ – den sprachlichen Müll – und zeigt, wie man ihn entfernt.

„Ein Satz muss eine einzige, klare Aufgabe erfüllen.“ – William Zinsser

Fazit: Dein Weg vom Code-Experten zum Kommunikations-Profi

Gute Texte gleichen sauberem Code: Man bemerkt die Mühe dahinter nicht. Du optimierst Sätze ab jetzt wie Funktionen. Jedes Wort ohne Nutzen fliegt aus dem Entwurf.

Wer für Laien schreibt, verliert nicht seine fachliche Tiefe. Er beweist sie. Du tauschst die Sicherheit deiner Fachbegriffe gegen die Klarheit deiner Botschaft. Deine Sprache wird zum Werkzeug für echtes Wachstum. Werde vom Experten zum Erklärer. Klarheit bleibt das höchste Privileg eines Profis.

Häufige Fragen zum Schreiben für Nicht-Techies

Im Gegenteil. Wirkliche Experten zeichnen sich dadurch aus, dass sie komplexe Sachverhalte einfach erklären können. Fachchinesisch wirkt oft wie eine Schutzmauer. Wenn du den Nutzen klar benennst, zeigst du, dass du nicht nur die Technik beherrschst, sondern auch die geschäftlichen Auswirkungen verstehst.

Führe ihn behutsam ein. Nutze zuerst eine Analogie ('Es funktioniert wie ein digitaler Postbote...') und nenne erst danach den Fachbegriff ('...in der Fachsprache nennen wir das eine REST-API'). So lernt der Leser etwas dazu, ohne sich überfordert zu fühlen.

Technisch ja, inhaltlich nein. Während die Dokumentation präzise Details für Entwickler liefern muss, sollte das Marketing den Schmerzpunkt lösen. Aber auch eine gute Dokumentation profitiert von Klarheit und aktiver Sprache. Ein 'Getting Started'-Guide sollte immer so geschrieben sein, dass auch ein Junior oder Projektleiter den Kern versteht.

Nutze den 'Flur-Test': Schnapp dir jemanden aus dem Marketing, Sales oder der Buchhaltung und lass sie den Text lesen. Wenn sie länger als 10 Sekunden brauchen, um den Hauptvorteil zu benennen, ist der Text zu verschachtelt oder zu technisch.

Passiv-Sätze (z.B. 'Die Daten werden verarbeitet') verschleiern, wer handelt. Das wirkt distanziert und unklar. Aktiv-Sätze (z.B. 'Das Tool verarbeitet deine Daten') sind kürzer, dynamischer und zeigen dem Kunden sofort, dass deine Software für ihn arbeitet.

Ja, als Übersetzer. Die KI hat keinen 'Fluch des Wissens' bezüglich deines spezifischen Codes. Nutze Prompts wie: 'Schreibe diesen Absatz für einen Gastronomen um, der Zeit sparen will.' Die KI hilft dir, die richtigen Bilder und Vokabeln für diese Zielgruppe zu finden.

Versuche, unter 15 bis 20 Wörtern pro Satz zu bleiben. Technische Themen sind kognitiv bereits fordernd genug; kurze Sätze wirken hier wie Sauerstoff für das Gehirn des Lesers. Wenn ein Satz über drei Zeilen geht, spalte ihn in zwei auf.

Tags:#SaaS-Marketing#Content#Schreiben#Bücher
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Hendrik Haustein

Hendrik Haustein

Fullstack Developer

Hendrik ist Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, studiert Medieninformatik an der TH Lübeck und liebt sauberen Code und packende Stories. Er entwickelt diverse Web- und Mobile-Apps. Seit 2014 beschäftigt er sich mit Blogs und Content-Marketing.